Der Bildhauer und die Kunst

Die Linie gehört zum Vokabular der Kunst des Bildhauers. Die dominanteste Rolle spielt dabei die Umrisslinie, die Kontur.

 

Die Kontur übertönt alle anderen, die Binnenlinien, die Binnenkonturen, Grate und Rillen. Sie vermittelt dem Rezipienten als erstes eine mögliche Gesamtform der dreidimensionalen Erscheinung, obwohl sie sich erst sekundär aus Körper, Masse und Fläche ergibt. Linien im Raum unterscheiden sich wesentlich von Linien eines Gemäldes oder einer Grafik: Sie liegen selten in einer Ebene, sondern verlaufen in drei Dimensionen.

 

Dadurch werden ihre Formqualitäten und Bewegungsqualitäten mannigfach vervielfältigt, bereichert, gesteigert und auch verkompliziert. Der Bildhauer befaßt sich mit dieser Thematik. Im speziellen auch der Bildhauer Metnitzer Hannes, der auch am Institut für Sozialpädagogik in Stams unterrichtet."

Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass Linien nichts darstellen müssen, dass Linien nicht Formen beschreiben, dass keine strukturelle Beziehung zwischen ihnen bestehen muss.

 

Sie gründen nicht auf Emotionen und Reaktionen, entscheidend ist das Vergnügen an den Unterschieden zwischen den einzelnen Linien und den sich daraus entwickelnden Formen … und das finde ich viel reizvoller und schöner." (Metnitzer Hannes)

 

 

 

 

Durch einen Standortwechsel des Rezipienten ändern sich räumliche Bezüge, Form und Verlauf der Linien. Das Heißt also, dass sich die Linien selbst verändern.

 

 

Die Linie ist lang durchlaufend, kurz, nervös gebrochen, ruhig anhaltend, abrupt endend, leicht ausschwingend, stark gekrümmt, gerade, die Richtung ständig ändernd, den Krümmungsradius beibehaltend, den Radius vergrößernd, verkleinernd, streng im Sinne einer mathematischen Gleichung deren Verlauf gesetzmäßig gesteuert ist, unregelmäßig, locker, gespannt, linear, malerisch, spazierend, erregt, …

 

 

Der Bildhauer Metnitzer Hannes über seine Arbeit am Institut für Sozialpädagogik

„Bildnerisches Gestalten ist eine Form der "Sprache", die jedem eigen ist, aber mit der nicht jeder "gelernt" hat umzugehen. Sie ist wie ein Instrument, das kontinuierlich "geübt" werden muss, um seine Ausdrucksvielfalt zu bewahren“, beschreibt hingegen Hannes Metnitzer den seinen bildhauerischen Arbeiten zugrunde liegenden künstlerischen Prozess.

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Metnitzer Hannes; Welle VI, 2006, Epoxiharz


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Metnitzer Hannes; Stahlplastiken

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